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Trump offen für Ukraine-Gipfel mit Putin und Xi – ohne Selenskyj

Im November könnte es in China zu einem Dreiertreffen über die Ukraine kommen. Trumps Bereitschaft ist noch keine Zusage. Die fehlende Einladung an Selenskyj wirft eine zentrale Frage auf.

Redaktion 26news3 Min. Lesezeit
Xi Jinping bei einem Treffen mit der ecuadorianischen Delegation in Peking am 26. Juni 2025.
Xi Jinping bei einem Treffen mit der ecuadorianischen Delegation in Peking am 26. Juni 2025.

US-Präsident Donald Trump zeigt sich offen für ein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping über den Krieg in der Ukraine. Der mögliche Dreiergipfel könnte im November in China stattfinden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nicht eingeladen. Damit steht bereits vor einer allfälligen Terminbestätigung die entscheidende Frage im Raum: Was kann ein Gespräch über die Zukunft der Ukraine erreichen, wenn deren Präsident nicht mit am Tisch sitzt?

Trumps Signal eröffnet die Aussicht auf ein diplomatisches Treffen zwischen drei Staaten, die den Verlauf des Krieges auf unterschiedliche Weise beeinflussen können. Es ist jedoch noch keine verbindliche Zusage für einen Gipfel. Auch ein konkreter Verhandlungserfolg lässt sich daraus nicht ableiten. Vorerst geht es um die Bereitschaft zu einem Gespräch – nicht um einen vereinbarten Friedensprozess.

Drei Mächte, unterschiedliche Interessen

Die Zusammensetzung wäre politisch bedeutsam. Russland führt seit Februar 2022 einen grossangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Vereinigten Staaten haben die Ukraine seit Beginn dieser Invasion militärisch und finanziell unterstützt. China wiederum unterhält enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Russland und ist zugleich ein wichtiger Handelspartner westlicher Staaten.

An einem solchen Tisch sässen damit nicht drei neutrale Vermittler. Putin verträte die angreifende Kriegspartei. Trump könnte den Einfluss der USA in die Gespräche einbringen. Xi wäre bei einem Treffen in China zugleich Gastgeber und Vertreter einer Macht mit eigenen strategischen Interessen. Diese Rollen unterscheiden sich grundlegend, auch wenn alle drei Gesprächspartner über erhebliches internationales Gewicht verfügen.

Ein gemeinsames Treffen könnte deshalb wichtig sein, ohne bereits eine gemeinsame Linie zu bedeuten. Gesprächsbereitschaft sagt noch nichts darüber aus, ob sich die Beteiligten bei territorialen Fragen, Sicherheitsgarantien oder den Bedingungen einer Waffenruhe annähern würden. Gerade diese Punkte berühren den Kern des Konflikts. Ob und wie sie bei dem möglichen Gipfel behandelt würden, bleibt offen.

Die Ukraine wäre nicht am Tisch

Besonders schwer wiegt die fehlende Einladung an Selenskyj. Die Ukraine wäre Gegenstand des Gesprächs, ihr Präsident aber nicht Teil dieser Runde. Das schliesst Kontakte in anderen Formaten nicht grundsätzlich aus. Es macht jedoch einen wesentlichen Unterschied, ob die unmittelbar betroffene Regierung selbst verhandelt oder ob andere Staaten zunächst über mögliche Bedingungen sprechen.

Ein Austausch zwischen Washington, Moskau und Peking könnte Positionen klären oder diplomatischen Spielraum ausloten. Einen von der Ukraine mitgetragenen Frieden könnte dieses Dreierformat allein aber nicht gewährleisten. Für eine tragfähige Vereinbarung wären die Zustimmung und die Mitwirkung Kiews entscheidend – insbesondere dort, wo es um ukrainisches Staatsgebiet und die Sicherheit der Bevölkerung geht.

Die Unterscheidung zwischen einer Waffenruhe und einem Friedensschluss ist dabei zentral. Eine Waffenruhe soll Kampfhandlungen stoppen; ein Friedensschluss müsste darüber hinaus politische Streitfragen regeln. Für beides stellt sich die Frage, wie Zusagen überprüft und eingehalten werden könnten. Ein Gipfelfoto würde diese Aufgaben nicht ersetzen. Der Wert eines Treffens wäre deshalb an seinem Inhalt zu messen, nicht allein an der Prominenz seiner Teilnehmer.

Warum das die Schweiz betrifft

Für die Schweiz ist die Entwicklung mehr als eine Frage internationaler Gipfeldiplomatie. Der Krieg berührt die europäische Sicherheitsordnung und den Grundsatz, dass Staatsgrenzen nicht mit militärischer Gewalt verschoben werden dürfen. Die Schweiz hat nach dem russischen Grossangriff Sanktionen der Europäischen Union übernommen und sich zugleich humanitär sowie diplomatisch engagiert.

Mit der Konferenz auf dem Bürgenstock im Juni 2024 bot sie zudem einen Rahmen für Gespräche über einen Frieden in der Ukraine. Russland nahm daran nicht teil. Ein mögliches Treffen in China wäre anders zusammengesetzt: Russland wäre vertreten, der ukrainische Präsident dagegen nicht eingeladen. Beide Konstellationen zeigen die Schwierigkeit, einen Gesprächsrahmen zu schaffen, der politische Verständigung und eine spätere Umsetzung miteinander verbindet.

Auch für die Menschen in der Schweiz, die aus der Ukraine geflüchtet sind oder Angehörige dort haben, ist entscheidend, ob Diplomatie tatsächlich mehr Sicherheit bringt. Aus Trumps Offenheit lässt sich dazu noch keine belastbare Perspektive ableiten. Ebenso wenig begründet sie bereits die Erwartung, dass Sanktionen gelockert oder wirtschaftliche Beziehungen zu Russland normalisiert würden.

Auf die Gesprächsbedingungen kommt es an

Als Nächstes wird entscheidend sein, ob aus der möglichen Begegnung im November ein bestätigtes Treffen wird. Ebenso wichtig wären eine konkrete Tagesordnung und Klarheit darüber, wie die Ukraine in einen weiterführenden Prozess einbezogen werden könnte. Ohne diese Elemente bliebe die politische Bedeutung des Dreiergipfels grösser als sein absehbarer praktischer Nutzen.

Trumps Bereitschaft ist damit ein diplomatisches Signal, aber noch kein Durchbruch. Ein Treffen mit Putin und Xi könnte neue Gesprächsmöglichkeiten eröffnen. Ob daraus ein Schritt zu einem belastbaren Frieden würde, hinge wesentlich davon ab, was die Beteiligten vereinbaren – und ob die Ukraine diese Vereinbarungen mittragen könnte.

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