Drei Soldaten bei Bootsübung vor Gersau verletzt – Rega im Einsatz
Auf dem Vierwaldstättersee ist ein Ausbildungsboot der Genie-Rekrutenschule 73 verunfallt. Alle drei Soldaten mussten ins Spital. Die Militärjustiz untersucht den Unfall.

Bei einer Militärübung auf dem Vierwaldstättersee sind am Montagabend, 19. Oktober, drei Angehörige der Schweizer Armee verletzt worden. Sie waren gegen 19 Uhr im Raum Gersau im Kanton Schwyz mit einem Ausbildungsboot unterwegs, als es zum Unfall kam. Alle drei Soldaten mussten ins Spital gebracht werden. Einen Verletzten transportierte ein Rega-Helikopter ab. Die Militärjustiz hat eine Untersuchung eingeleitet.
Die Verunfallten gehören der Genie-Rekrutenschule 73 an, die auf dem Waffenplatz Brugg im Kanton Aargau stationiert ist. Für die Übung auf dem See nutzten sie ein sogenanntes Ribcraft-Ausbildungsboot. Wie es zum Unfall kam und welches Manöver die Besatzung zu diesem Zeitpunkt ausführte, ist nicht bekannt. Auch zur Art und Schwere der Verletzungen liegen keine näheren Angaben vor.
Drei Verletzte, ein Transport mit der Rega
Fest steht, dass keiner der drei Soldaten nach dem Unfall ohne Spitalversorgung blieb. Während einer mit dem Helikopter abtransportiert wurde, ist nicht bekannt, auf welchem Weg die beiden anderen Verletzten ins Spital gelangten. Ebenso fehlen Angaben dazu, in welchen Spitälern die Armeeangehörigen behandelt werden und wie sich ihr Gesundheitszustand entwickelt hat.
Der Einsatz der Rega allein erlaubt keinen verlässlichen Rückschluss auf die Schwere einer Verletzung. Für die Wahl eines Rettungsmittels können neben dem medizinischen Zustand auch die Erreichbarkeit des Unfallorts und die Transportmöglichkeiten eine Rolle spielen. Ob und welche dieser Faktoren in Gersau ausschlaggebend waren, ist offen. Eine genauere medizinische Einordnung des Unfalls ist deshalb derzeit nicht möglich.
Der Unfallort wird mit dem Raum Gersau bezeichnet. Eine genaue Position auf dem See ist nicht bekannt. Damit bleibt auch offen, wie weit sich das Boot vom Ufer entfernt befand. Aus der Bezeichnung als Bootsunfall lässt sich zudem nicht ableiten, ob das Fahrzeug kenterte, mit etwas zusammenstiess oder auf andere Weise verunfallte.
Weshalb Genietruppen auf dem See üben
Die Ausbildung auf dem Wasser gehört zum Aufgabenbereich der Genietruppen. Diese schaffen für die Armee unter anderem die Voraussetzungen, um Flüsse und Seen zu überwinden. Dazu bauen sie Brücken und ermöglichen militärische Transporte über Gewässer. Der sichere Umgang mit Booten ist dafür eine grundlegende Fähigkeit, die in der Ausbildung vermittelt werden muss.
Die Genie-Rekrutenschule 73 bildet auf dem Waffenplatz Brugg Rekruten für diese Aufgaben aus. Dass die Schule im Aargau stationiert ist und der Unfall im Kanton Schwyz geschah, ist deshalb auseinanderzuhalten: Brugg ist der Ausbildungsstandort der betroffenen Truppe, Gersau der Raum, in dem sich der Unfall während der Übung ereignete. Über den konkreten Ausbildungsauftrag am Montagabend ist nichts Näheres bekannt.
Die Fähigkeiten der Genietruppen sind für die Schweiz nicht nur im militärischen Zusammenhang wichtig. Sie können auch bei Naturkatastrophen eingesetzt werden, etwa um bei Überschwemmungen Hilfe zu leisten. Kenntnisse über Gewässer, Übergänge und Transporte auf dem Wasser sind damit auch für mögliche Unterstützungseinsätze zugunsten der Bevölkerung relevant. Die Übung bei Gersau war jedoch eine militärische Ausbildung und kein solcher Hilfseinsatz.
Militärjustiz klärt den Hergang
Mit der eingeleiteten Untersuchung soll geklärt werden, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Zuständig ist die Militärjustiz. Dass sie den Vorfall untersucht, bedeutet für sich genommen weder, dass bereits eine Ursache feststeht, noch dass einem Beteiligten ein Fehlverhalten nachgewiesen wurde. Beides muss von den gesicherten Tatsachen zum Unfall getrennt werden.
Bei der Aufarbeitung eines Ausbildungsunfalls sind der Ablauf der Übung, die Umstände vor Ort und der Zustand des eingesetzten Materials grundsätzlich von Bedeutung. Welche konkreten Abklärungen im Fall von Gersau bereits vorgenommen wurden, ist nicht bekannt. Ebenso wenig lässt sich derzeit sagen, ob menschliche, technische oder äussere Faktoren eine Rolle spielten. Eine Festlegung auf eine dieser Erklärungen wäre verfrüht.
Auch die Bezeichnung Ribcraft-Ausbildungsboot liefert noch keine Erklärung für das Geschehen. Sie benennt das verwendete Boot, sagt aber nichts über dessen Zustand oder die Situation unmittelbar vor dem Unfall aus. Ob das Fahrzeug beschädigt wurde und ob weitere Personen oder Fahrzeuge beteiligt waren, geht aus den bekannten Angaben nicht hervor.
Was nach dem Unfall offenbleibt
Im Vordergrund stehen nun der Gesundheitszustand der drei Verletzten und die Klärung des Unfallhergangs. Ein Zeitplan für Ergebnisse der Untersuchung ist nicht bekannt. Ebenso liegen keine Angaben dazu vor, ob die Armee nach dem Vorfall den Übungsbetrieb angepasst hat. Konkrete Konsequenzen für die Bootsausbildung lassen sich daher noch nicht benennen.
Für die Armee wird die Untersuchung zeigen müssen, ob sich aus dem Unfall Folgerungen für künftige Übungen ergeben. Die dafür nötige Grundlage fehlt bislang. Gesichert sind vorerst der Unfall während der Ausbildung bei Gersau, die Spitaleinweisung aller drei Soldaten und der Einsatz der Rega. Warum die Übung auf dem Vierwaldstättersee so endete, bleibt Gegenstand der Abklärungen.
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