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Schnee bis auf 1600 Meter: Kaltfront bringt der Schweiz den nächsten Wetterwechsel

Am Mittwoch wird es deutlich kühler, im Hochgebirge fallen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. In Norditalien drohen derweil heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche.

Redaktion 26news3 Min. Lesezeit
Wolken unter dem Hörnligipfel in Arosa.
Wolken unter dem Hörnligipfel in Arosa.

Die Schweiz steht vor einem nasskalten Mittwoch: Am 21. Oktober zieht eine Kaltfront durch, bringt verbreitet Niederschlag und lässt die Schneefallgrenze bis zum Abend auf etwa 1600 Meter sinken. Im Hochgebirge werden bis zu 40 Zentimeter Neuschnee erwartet. Deutlich bedrohlicher ist die Lage in Teilen Italiens. Dort sorgt ein Atlantiktief für kräftigen Regen und Gewitter. In Ligurien gilt die zweithöchste Warnstufe Orange, in Genua blieben die Schulen geschlossen.

Für die Schweiz bedeutet der Wetterwechsel vor allem tiefere Temperaturen und zunehmend winterliche Verhältnisse in höheren Lagen. Im Flachland bleibt es bei Regen. Wer in den nächsten Tagen in den Bergen unterwegs ist oder eine Reise nach Norditalien plant, sollte die Entwicklung jedoch besonders aufmerksam verfolgen. Die kurze Beruhigung am Donnerstag dürfte nicht von Dauer sein.

In den Alpen kommt der Schnee deutlich tiefer

Am Dienstag liegt die Schneefallgrenze noch bei rund 2600 Metern. Bis Mittwochabend sinkt sie damit um ungefähr 1000 Meter. In den nördlichen und mittleren Bündner Tälern kann Schnee sogar unterhalb von 1600 Metern fallen. Die angegebene Schneefallgrenze ist also kein überall gleich verlaufender Übergang: Regional kann es auch weiter unten weiss werden.

Oberhalb von 2500 Metern werden bis Mittwochabend 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee erwartet. Über 2000 Metern sind es 5 bis 15 Zentimeter. Auch etwas unterhalb dieser Höhe können einzelne Zentimeter zusammenkommen. Die grössten Mengen betreffen damit das Hochgebirge, doch der Wetterwechsel beschränkt sich nicht auf die höchsten Gipfel.

In Teilen der Alpen hält der Niederschlag länger an. Gleichzeitig frischt der Wind in den Bergen auf; im Hochgebirge weht er stark. Für Touren sind deshalb nicht nur die sinkenden Temperaturen entscheidend, sondern auch die Kombination aus Neuschnee, Wind und eingeschränkter Sicht bei Niederschlag. Die Verhältnisse können sich gegenüber dem Dienstag deutlich verändern.

Auch im Flachland wird der Unterschied spürbar. Die Höchsttemperaturen gehen von rund 12 auf etwa 9 Grad zurück. Auf 2000 Metern sinkt die Temperatur von ungefähr 5 Grad auf den Gefrierpunkt. Während in tieferen Lagen ein kühler Regentag bevorsteht, nimmt der Winter in den Bergen vorübergehend mehr Raum ein.

Ligurien erwartet örtlich enorme Regenmengen

In Italien liegt der Schwerpunkt zunächst im Nordwesten. Das vom Atlantik heranziehende Tief bringt weiten Teilen des Landes Regen und Gewitter, besonders grosse Mengen werden jedoch in Ligurien erwartet. Die orange Warnung betrifft sowohl Gewitter als auch die Gefahr von Erdrutschen und Überschwemmungen.

Örtlich sind mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter möglich, in Spitzen bis zu 200 Liter. Das entspricht einer Niederschlagshöhe von bis zu 200 Millimetern. Es handelt sich um lokale Spitzenwerte, nicht um eine gleichmässige Regenmenge für die gesamte Region. Dennoch zeigen die erwarteten Mengen, weshalb die Lage dort besondere Aufmerksamkeit verlangt.

Im Raum Savona können 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. Auch im benachbarten Piemont sind bis Mittwoch regional mehr als 100 Liter möglich. Gelbe Warnungen gelten unter anderem im Piemont, in der Toskana, der Emilia-Romagna, in Latium, Umbrien und auf Sardinien. Die Warnlage reicht somit deutlich über Ligurien hinaus.

An den Küsten Liguriens und der Toskana kommt der Wind hinzu. Kräftige Südwestwinde sorgen zeitweise für hohe Wellen; das Meer ist sehr rau bis stürmisch. Bei Gewittern sind zusätzlich starke Böen möglich. Für Reisende aus der Schweiz sind deshalb neben den Regenwarnungen auch die Bedingungen an der Küste relevant.

Am Mittwoch verlagert sich die Gefahr nach Nordosten

Im Verlauf des Mittwochs rücken Venetien und Friaul-Julisch Venetien in den Vordergrund. Dort werden ebenfalls kräftige Regenfälle und Gewitter erwartet. Die Mengen können regional mehr als 100 Liter pro Quadratmeter erreichen. Entsprechend steigt auch in diesen Gebieten die Gefahr von Überflutungen und Erdrutschen.

Für Fahrten nach oder durch Norditalien ist wichtig, dass sich der Schwerpunkt der Unwetter verschiebt. Eine Entspannung im Nordwesten bedeutet nicht automatisch eine Beruhigung im ganzen Norden des Landes. Entscheidend bleibt die konkrete Route. Aus der Prognose lassen sich allerdings keine bestimmten Strassen- oder Bahnunterbrüche ableiten.

Am Donnerstag zieht das Tief weiter in Richtung Balkan. In Italien beruhigt sich die Wetterlage dann allmählich. Bis dahin bleiben die regional sehr hohen Niederschlagsmengen das zentrale Risiko.

Die Schweiz bekommt nur eine kurze Pause

Auch hierzulande zeichnet sich für Donnerstag, 22. Oktober, eine Beruhigung ab. Vielerorts scheint wieder die Sonne. Bereits am Freitag folgt jedoch die nächste Störung mit erneutem Niederschlag. Die Schneefallgrenze dürfte dann bei rund 1400 Metern liegen und damit nochmals tiefer als am Mittwochabend.

In den Bergen sind am Freitag stürmische Böen möglich. Das Wochenende dürfte wechselhaft werden, bei Höchsttemperaturen um 10 bis 12 Grad. Eine längere stabile Herbstphase ist damit vorerst nicht in Sicht.

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