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Mindestens zehn Tote bei Zugkollision in Spanien – Strecke nach Andalusien gesperrt

Bei Urda südlich von Madrid sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestossen. Zwei Wagen stürzten eine Böschung hinunter. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen.

Redaktion 26news3 Min. Lesezeit
Erste Klasse eines AVE-Hochgeschwindigkeitszugs von Renfe auf der Strecke Madrid–Barcelona.
Erste Klasse eines AVE-Hochgeschwindigkeitszugs von Renfe auf der Strecke Madrid–Barcelona.

Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge nahe Urda in der spanischen Provinz Toledo sind am Mittwochmorgen, 28. Oktober, mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere wurden verletzt. Das Unglück ereignete sich gegen 9 Uhr südlich von Madrid. Betroffen sind ein Zug des privaten Bahnunternehmens Iryo und einer der staatlichen Bahngesellschaft Renfe. Der Verkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien wurde in beiden Richtungen unterbrochen.

Die Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha, Esther Padilla, bestätigte die vorläufige Zahl von mindestens zehn Todesopfern. Sie warnte, dass diese noch steigen könnte. Der spanische Notdienst 112 bestätigte auch Verletzte; wie viele Menschen betroffen sind und wie schwer ihre Verletzungen ausfallen, war zunächst nicht bekannt. Damit bleibt das Ausmass des Unglücks vorerst offen.

Zwei Wagen stürzten die Böschung hinunter

Nach dem vorläufig bekannten Hergang waren beide Züge in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs. Ein AVE-Zug von Renfe soll den Iryo-Zug von hinten gerammt haben. Zwei Wagen des Iryo-Zuges entgleisten und stürzten einen Bahndamm hinunter. Die genaue Abfolge des Zusammenstosses ist noch nicht abschliessend geklärt. Auch zur Geschwindigkeit der Züge zum Zeitpunkt der Kollision liegen keine gesicherten Angaben vor.

Warum die beiden Züge aufeinanderprallten, war am Mittwochvormittag unklar. Aus dem bisher bekannten Ablauf lässt sich weder eine technische Ursache noch ein menschlicher Fehler ableiten. Ebenso wenig ist bereits geklärt, welche Umstände dazu führten, dass die Wagen entgleisten. Für eine belastbare Einordnung müssen der Ablauf vor dem Aufprall und die Folgen des Zusammenstosses auseinandergehalten werden.

An der Unglücksstelle treffen damit zwei unterschiedliche Fragen aufeinander: Wie viele Menschen benötigen Hilfe, und wie konnte es auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zu einer solchen Kollision kommen? Während die Angaben zu Toten und Verletzten noch vorläufig sind, ist auch die Ursache offen. Eine abschliessende Bilanz war am Vormittag deshalb ebenso wenig möglich wie eine Erklärung des Unfalls.

Urda bereitet eine Sporthalle vor

In der nahe gelegenen Stadt Urda wurde die Betreuung von Fahrgästen vorbereitet. Der Bürgermeister erklärte, die Zivilschutzbehörden hätten ihn gebeten, dafür eine Sporthalle bereitzustellen. Die Halle soll der Versorgung der Reisenden dienen. Wie viele Personen dort aufgenommen werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt. Aus dieser Vorbereitung geht auch nicht hervor, wie viele Menschen insgesamt in den beiden Zügen unterwegs waren.

Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt über das Unglück. Auf der Plattform X schrieb er: «Meine Anteilnahme, meine Solidarität und meine Unterstützung gelten allen Opfern und ihren Familien.» Er bleibe in ständigem Kontakt mit dem Verkehrsminister und dem Präsidenten der Region Kastilien-La Mancha. In dieser Region liegt die Unfallstelle bei Urda.

Für Angehörige bleibt die Lage angesichts der vorläufigen Opferzahlen ungewiss. Die Warnung der Regionalregierung vor weiteren Todesopfern unterstreicht, dass die bisherige Bilanz keine Entwarnung bedeutet. Zugleich fehlen noch genaue Angaben zur Zahl der Verletzten. Zwischen bestätigten Todesfällen, Verletzten und der Gesamtzahl der betroffenen Fahrgäste muss deshalb weiterhin klar unterschieden werden.

Wichtige Verbindung in den Süden unterbrochen

Der spanische Schienennetzbetreiber Adif unterbrach den Verkehr zwischen Madrid und Andalusien in beiden Richtungen. Die Sperrung betrifft damit nicht nur Fahrten aus der Hauptstadt in den Süden, sondern auch Reisen in der Gegenrichtung. Wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, war zunächst offen. Angaben zu einem Ersatzangebot oder zu möglichen Umleitungen lagen ebenfalls noch nicht vor.

Die Verbindung gehört zum spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz, das Madrid mit Städten im Süden des Landes verbindet. Renfe betreibt unter der Marke AVE Hochgeschwindigkeitszüge; daneben ist mit Iryo auch ein privater Anbieter auf dem Netz unterwegs. Beim jetzigen Unglück sind somit Züge zweier verschiedener Unternehmen betroffen. Daraus allein lässt sich jedoch keine Aussage über die Verantwortung für den Zusammenstoss ableiten.

Für Reisende aus der Schweiz ist die Streckensperrung dann unmittelbar relevant, wenn ihre Reise innerhalb Spaniens über Madrid nach Andalusien oder zurück führt. Sie müssen vor der Weiterfahrt den Status ihrer konkreten Verbindung prüfen. Ob sich Schweizer Staatsangehörige unter den Opfern oder Verletzten befinden, ist nicht bekannt. Ein darüber hinausgehender direkter Bezug zur Schweiz lässt sich derzeit nicht feststellen.

Erinnerung an das Unglück von Adamuz

Die Kollision weckt Erinnerungen an das schwere Zugunglück bei Adamuz in Andalusien im Januar dieses Jahres. Damals entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stiess mit einem entgegenkommenden Renfe-Zug zusammen. 46 Menschen kamen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt.

Bei Urda deutet der vorläufig bekannte Hergang dagegen auf eine Auffahrkollision zweier südwärts fahrender Züge hin. Die Beteiligung derselben Bahnunternehmen belegt keinen gemeinsamen Unfallgrund. Als Nächstes stehen präzisere Angaben zu den Opfern, die Klärung des Unfallablaufs und Informationen zur Dauer der Streckensperrung aus.

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