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Unwetterschäden bremsen die Bahn am Genfersee: Zahlreiche Züge fallen aus

Am Freitagabend ist der Bahnverkehr in der Waadt stark eingeschränkt. Betroffen sind Fern- und Regionalzüge zwischen Genf, Lausanne und dem Wallis.

Redaktion 26news3 Min. Lesezeit
Der Hauptbahnhof von Lausanne.
Der Hauptbahnhof von Lausanne.

Unwetterschäden haben den Bahnverkehr am Genfersee am Freitagabend, 23. Oktober, erheblich beeinträchtigt. Auf der Strecke Genf–Brig war der Betrieb zwischen Morges und Villeneuve im Kanton Waadt während mehrerer Stunden eingeschränkt. Zahlreiche Züge verspäteten sich oder fielen aus. Auch westlich von Lausanne, zwischen Bussigny und Renens, kam es zu Störungen. Damit trafen die Einschränkungen mehrere Abschnitte einer zentralen Bahnverbindung der Westschweiz.

Betroffen waren sowohl Fernverkehrsverbindungen als auch Regionalzüge. Für Reisende bedeutete dies einen erschwerten Start ins Wochenende: Wer entlang des Genfersees unterwegs war oder über Lausanne weiterreisen wollte, musste mit Ausfällen und längeren Reisezeiten rechnen. Die Störungen beschränkten sich nicht auf einen einzelnen Bahnhof oder eine einzige Zugkategorie.

Mehrere Abschnitte in der Waadt betroffen

Besonders weitreichend waren die Einschränkungen zwischen Morges und Villeneuve. Der Abschnitt gehört zur Bahnverbindung von Genf über Lausanne ins Wallis und nach Brig. Hier führten Schäden durch das Unwetter während mehrerer Stunden zu Verspätungen und Zugausfällen. Welche Anlagen im Einzelnen beschädigt wurden und wie umfangreich die Reparaturen waren, blieb zunächst offen.

Zusätzlich war auf der Strecke Lausanne–Brig der Verkehr zwischen Montreux und Veytaux-Chillon eingeschränkt. Dort lag eine Fahrleitungsstörung vor. Dieser Abschnitt befindet sich ebenfalls am östlichen Genfersee, innerhalb des Korridors zwischen Lausanne und Villeneuve. Die Einschränkung betraf damit eine Strecke, die für Fahrten zwischen dem Genferseegebiet und dem Wallis wichtig ist.

Bereits früher am Abend hatte das Unwetter auch den Abschnitt zwischen Bussigny und Renens auf der Verbindung Lausanne–Genf beeinträchtigt. Dort war die Stromversorgung ausgefallen. Während dieser Störung konnten nur Regionalzüge verkehren, und auch diese lediglich auf einem Gleis. Für den übrigen Zugverkehr standen die gewohnten Fahrmöglichkeiten somit nicht zur Verfügung.

Die beiden technischen Probleme sind zu unterscheiden: Bei Montreux war die Fahrleitung gestört, bei Renens die Stromversorgung. Beide gehören zur Infrastruktur, auf die elektrisch betriebene Züge angewiesen sind. Eine genauere technische Erklärung der Schäden liegt nicht vor. Ebenso bleibt offen, in welchem Zusammenhang die einzelnen Störstellen miteinander standen.

Fernverkehr und Regionalnetz gleichzeitig eingeschränkt

Die Liste der betroffenen SBB-Linien ist lang. Im Fernverkehr waren die IC1, IC5 und IC51 sowie die Interregio-Linien IR15, IR90 und IR95 beeinträchtigt. Hinzu kamen der Regioexpress RE33 und die Regionalverbindungen R1, R2, R3, R4, R8 und R9 sowie S40 und S41. Auf diesen Linien kam es zu Verspätungen und Ausfällen.

Dass eine Linie betroffen war, bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Züge auf ihrem gesamten Laufweg ausfielen. Die Einschränkungen betrafen unterschiedliche Streckenabschnitte und konnten sich je nach Verbindung verschieden auswirken. Eine pauschale Aussage, der Bahnverkehr am Genfersee sei vollständig zum Erliegen gekommen, wäre deshalb falsch. Zwischen Bussigny und Renens blieb beispielsweise ein eingeschränkter Regionalverkehr möglich.

Für die Reisenden ist diese Unterscheidung wesentlich. Eine noch verkehrende Regionalverbindung kann eine Fahrt ermöglichen, ersetzt aber nicht automatisch einen ausgefallenen Fernzug. Wenn Züge nur ein Gleis nutzen können, steht weniger Kapazität zur Verfügung als im regulären Betrieb. Auch dort, wo weiterhin gefahren wird, lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres der übliche Fahrplan aufrechterhalten.

Ein wichtiger Korridor für die Westschweiz

Die Bahnstrecke entlang des Genfersees verbindet die grossen Zentren Genf und Lausanne mit den Städten am östlichen Seeufer und dem Wallis. Sie dient sowohl täglichen Fahrten zur Arbeit oder Ausbildung als auch längeren Reisen innerhalb der Schweiz. Störungen auf dieser Achse haben deshalb eine Bedeutung, die über die unmittelbar betroffenen Waadtländer Gemeinden hinausgeht.

Lausanne ist zudem ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen Fern- und Regionalverkehr. Verspätet sich ein ankommender Zug oder fällt er aus, kann dies auch die Weiterreise erschweren. Ob ein Anschluss noch erreicht wird, hängt von der konkreten Verbindung ab. Für Reisende mit mehreren Umstiegen ist damit nicht nur der Zustand des ersten Streckenabschnitts entscheidend.

Die Lage am Freitagabend zeigte besonders deutlich, wie eng Fern- und Nahverkehr auf dieser Achse zusammenhängen. Die Einschränkungen trafen nicht allein Menschen auf längeren Reisen nach Genf oder ins Wallis, sondern auch Fahrgäste auf kürzeren Wegen innerhalb der Waadt. Eine freie Regionalstrecke bedeutete dabei noch keine ungehinderte Durchfahrt für alle anderen Verbindungen.

Vor der Abfahrt die konkrete Verbindung prüfen

Wann auf allen betroffenen Abschnitten wieder ein uneingeschränkter Betrieb möglich sein würde, blieb zunächst offen. Ebenso gab es keinen gesicherten Gesamtüberblick über die Zahl der ausgefallenen Züge oder der betroffenen Reisenden. Fest steht, dass die Einschränkungen zwischen Morges und Villeneuve mehrere Stunden dauerten und verschiedene Zugkategorien erfassten.

Wer am Abend noch reisen musste, sollte deshalb die konkrete Verbindung im SBB-Onlinefahrplan oder in der App unmittelbar vor der Abfahrt überprüfen und die Anzeigen am Bahnhof beachten. Bei einer Reise mit Umsteigen lohnt sich der Blick auf die gesamte Strecke. Entscheidend bleibt, welche Züge tatsächlich verkehren und welche Anschlüsse unter den eingeschränkten Bedingungen erreichbar sind.

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