Skyguide behebt Radarstörung – Schweizer Luftraum bleibt vorerst eingeschränkt
Nach einem kurzen Unterbruch der Starts und Landungen in Zürich und Genf funktionieren die betroffenen Systeme wieder. Für 24 Stunden bleibt die Kapazität jedoch auf 80 Prozent begrenzt.

Die Schweizer Flugsicherung Skyguide hat die Ursache einer technischen Störung identifiziert, die am Dienstag, 20. Oktober, den Flugverkehr im Schweizer Luftraum eingeschränkt hat. Starts und Landungen an den Flughäfen Zürich und Genf waren kurzzeitig unterbrochen. Am späten Nachmittag meldete das Unternehmen, die betroffenen Systeme funktionierten wieder normal. Der Betrieb bleibt dennoch vorerst eingeschränkt: Während einer 24-stündigen Stabilisierungsphase stehen nur 80 Prozent der Kapazität zur Verfügung.
Damit hat sich die Lage gegenüber der ersten Reaktion auf den Ausfall entspannt. Skyguide hatte die Kapazität vorsorglich zunächst halbiert. Die nun verbleibende Reduktion um 20 Prozent soll sicherstellen, dass die Systeme zuverlässig arbeiten, bevor die Flugsicherung wieder die volle Kapazität freigibt. Für Reisende bedeutet dies: Der kurze Unterbruch an den beiden Flughäfen ist beendet, eine vollständige Normalisierung des Betriebs aber noch nicht erreicht.
Das Problem lag bei der Darstellung des Radarbilds
Betroffen war das System, das das Radarbild für die Flugverkehrsleitenden erzeugt. Dieses Bild dient ihnen dazu, den Verkehr im Luftraum zu überwachen. Die Störung traf damit ein zentrales Arbeitsmittel der Flugsicherung. Über den genauen technischen Defekt und die einzelnen Schritte zu seiner Behebung machte Skyguide in der Mitteilung keine näheren Angaben.
Die Unterscheidung ist wichtig: Ein Problem bei der Erzeugung des Radarbilds bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Radaranlagen selbst ausgefallen sind. Fest steht, dass die für die Überwachung benötigte Darstellung betroffen war. Skyguide reagierte darauf mit einer vorsorglichen Begrenzung des Verkehrs. Weniger gleichzeitig zu betreuende Flüge reduzieren grundsätzlich die Belastung des Systems und der Flugverkehrsleitenden.
Hinweise auf einen Cyberangriff gibt es nicht. Die technische Ursache wurde inzwischen identifiziert, die betroffenen Systeme laufen wieder normal. Damit ist der unmittelbare Fehler behoben. Ob der Betrieb auch über längere Zeit zuverlässig bleibt, soll nun die Stabilisierungsphase absichern. Die Rückkehr zur vollen Kapazität erfolgt deshalb nicht unmittelbar nach der technischen Wiederherstellung.
Weshalb die Kapazität noch reduziert bleibt
Skyguide bezeichnet die 24-stündige Phase mit verminderter Kapazität als übliches Sicherheitsverfahren. Sie schafft einen Übergang zwischen der Behebung einer Störung und dem uneingeschränkten Betrieb. Während dieser Zeit wird der Luftraum nicht geschlossen. Vielmehr bleibt die Zahl der Flüge, die abgewickelt werden können, gegenüber der normalen Kapazität begrenzt.
Die Angabe von 80 Prozent beschreibt somit die verfügbare Kapazität der Flugsicherung, nicht den Anteil der Flüge, die tatsächlich stattfinden. Daraus lässt sich weder ableiten, dass genau jeder fünfte Flug ausfällt, noch dass alle übrigen Verbindungen pünktlich verkehren. Wie stark sich eine solche Einschränkung im Flugplan bemerkbar macht, hängt unter anderem davon ab, wie viel Verkehr in einem bestimmten Zeitraum ansteht.
Die Sicherheit im Schweizer Luftraum sei gewährleistet, hatte Skyguide bereits während der Störung mitgeteilt. Die Einschränkungen sind nach Darstellung des Unternehmens eine Vorsichtsmassnahme. Die Aussage zur Sicherheit und die reduzierte Kapazität stehen deshalb nicht im Widerspruch: Ein geringeres Verkehrsaufkommen ist gerade ein Mittel, um den Betrieb unter veränderten technischen Bedingungen sicher zu führen.
Was die Störung für Reisende bedeutet
Unmittelbar sichtbar wurde der Vorfall an den beiden grössten Schweizer Flughäfen. In Zürich und Genf mussten Starts und Landungen kurzzeitig ausgesetzt werden, bevor der Flugverkehr wieder aufgenommen werden konnte. Wie viele Verbindungen betroffen waren und wie gross die daraus entstandenen Verspätungen ausfielen, geht aus den Angaben zur Störung nicht hervor. Auch eine bezifferte Bilanz möglicher Annullierungen liegt darin nicht vor.
Für Passagiere ist daher zwischen dem Zustand der Flugsicherung und dem Status ihres einzelnen Fluges zu unterscheiden. Dass die Systeme wieder funktionieren, sagt noch nichts darüber aus, ob eine bestimmte Maschine zur vorgesehenen Zeit startet. Unterbrüche können sich grundsätzlich auf spätere Umläufe auswirken, etwa wenn ein Flugzeug erst verspätet für seinen nächsten Einsatz bereitsteht. Ob und in welchem Umfang dies hier geschieht, ist nicht beziffert.
Wer eine Reise ab Zürich oder Genf plant oder dort jemanden abholt, sollte deshalb den konkreten Flugstatus bei der Fluggesellschaft oder beim Flughafen prüfen. Die allgemeine Kapazitätsangabe allein bietet dafür keine verlässliche Orientierung. Skyguide bedauerte den Vorfall und entschuldigte sich bei den betroffenen Partnern sowie deren Passagieren.
Volle Kapazität nach der Stabilisierungsphase vorgesehen
Als nächsten Schritt sieht Skyguide die Rückkehr zum uneingeschränkten Betrieb nach Abschluss der 24-stündigen Stabilisierungsphase vor. Einen genauen Zeitpunkt für die Freigabe nannte das Unternehmen in den vorliegenden Angaben nicht. Entscheidend ist nun, dass die wiederhergestellten Systeme über diese Phase hinweg zuverlässig funktionieren.
Für den Schweizer Luftverkehr bleibt damit eine vorübergehende Einschränkung bestehen, obwohl die technische Störung behoben ist. Die Lage hat sich von einer Halbierung der Kapazität und kurzen Betriebsunterbrüchen zu einem wieder laufenden, aber weiterhin begrenzten Betrieb entwickelt. Erst mit der angekündigten vollständigen Freigabe ist auch diese vorsorgliche Begrenzung aufgehoben.
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